Mixgetränk im Cocktail-Lexikon


Nachdem die ersten Cocktails in Nordamerika aus der Not geboren waren, dem ungenießbaren Whiskey einen angenehmeren Geschmack zu verleihen, wurde es Ende des 19. Jahrhunderts populär, immer neue Kreationen an Mixgetränken zu entwickeln. Die alten Saloons wurden durch die schicken American Bars mit ihrem abwechslungsreichen Angebot an verschiedenen Spirituosen abgelöst. Viele der damaligen Cocktails würde man heute jedoch als Longdrink bezeichnen, da die Anzahl der Zusätze sich meist auf wenige beschränkte.

Einen Einbruch ihres Erfolgs erfuhren diese Lokale durch die Prohibition zu Beginn der 20er Jahre. Es entwickelte sich eine Underground-Alkohol-Szene, die aufgrund der Beschaffungsschwierigkeiten für alkoholische Getränke vermehrt auf Cocktails zurückgriff.

Für die feineren und reichen Leute war es angesagt, nach Europa zu reisen und die berühmten Cocktailpartys in der Bar des Londoner Savoy-Hotels zu besuchen. Dort gab es den berühmten Barkeeper Harry Craddock, der unzählige Cocktails kreierte und sie wunderbar zu dekorieren wusste.

Harry Craddock schrieb das Savoy Cocktail Book, das 1930 erstmals aufgelegt wurde und noch heute als der Inbegriff des Cocktail-Buches angesehen wird. Inzwischen wurde dieses Buch von dem derzeitigen Chef-Barmann des Savoy-Hotels Peter Dorelli überarbeitet und erneut aufgelegt.

In Deutschland wurde der Cocktail erst während der Wirtschaftswunder-Zeiten Ende der 50er Jahre populär. Aufgrund der ausgewählten Ingredienzien waren Cocktails recht teuer und eher das Getränk der gut betuchten Kreise.

Erst in den letzten Jahren ist der Genuss des Cocktails weiter verbreitet und nicht mehr ganz so kostspielig. Ab und an kann sich jeder einmal einen Cocktail leisten. Die Auswahl an Cocktails ist inzwischen beinahe unüberschaubar, da neben den ursprünglichen, amerikanischen Getränken inzwischen Mixgetränke aus aller Welt dazu gehören.


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