Geschichte im Cocktail-Lexikon


Die ersten Cocktails hatten mit den heutigen Kreationen der Barkeeper nicht viel gemeinsam. Sie entstammten eher einer Not. In Nordamerika beschränkte sich die Auswahl an Spirituosen beinahe ausschließlich auf den einheimischen Whiskey und der war mit dem heutigen Whiskey nicht zu vergleichen. Er war sehr viel härter und stärker, meistens nicht gelagert und daher nur schwer genießbar. Um das zu ändern, versuchte man zunächst, ihn mit Zucker oder Honig zu süßen oder durch Zugabe von Früchten und Kräutern geschmacklich zu verfeinern. Dabei waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt und diese Mixgetränke erfreuten sich steigender Beliebtheit, so dass zum Ende des 19. Jahrhunderts die ersten American Bars eingerichtet wurden, die die früheren Saloons ablösten.

Die Auswahl an Spirituosen wurde im Laufe der Jahre abwechslungsreicher, das Importgeschäft blühte und viele der Einwanderer aus Europa, die sich mit der Destillation von Spirituosen auskannten, gründeten ihrerseits Brennereien und Spirituosenfabriken.

Durch die Prohibition wurde es notwendig, alkoholische Getränke zu schmuggeln, um sie weiterhin genießen zu können. Da der Schmuggel von Getränken wie Bier und Wein logistisch schwieriger zu meistern war, konzentrierte man sich wieder mehr auf die stärkeren Spirituosen und die daraus zu mixenden Cocktails, so dass dieses Getränk in der Underground-Alkohol-Szene eine Renaissance erfuhren.

Andererseits wurden während dieser Zeit für Leute, die es sich leisten konnten, Reisen nach Europa interessant, um insbesondere in London die berühmten Tee- und Cocktail-Partys zu besuchen und zu zelebrieren. Besondere Berühmtheit erlangten die Cocktail-Partys in der Bar des Londoner Savoy-Hotels. Wer in den dekadenten 20er und 30er Jahren „in“ sein wollte, durfte bei diesen Partys nicht fehlen.


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